Neue Gesetze, Regularien & Normen: Deshalb ist Systemhärtung 2026 ein “Must Have” für Ihr Unternehmen

Unternehmen und Organisationen sehen sich immer mehr und strengeren IT-Security-Vorgaben gegenüber, die eine sichere Konfiguration bzw. eine Systemhärtung erfordern. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Schärfere Regeln für mehr Cybersicherheit

“Wenn wir es nicht kurzfristig schaffen, uns und unsere Angriffsflächen gegen das gesamte Bedrohungsspektrum zu verteidigen, werden wir verwundbar bleiben – und früher oder später auch verwundet werden. Lassen wir es also nicht so weit kommen.”

Dieses Zitat stammt von Claudia Plattner, Präsidentin des BSI. Sie versteht das als keine Bitte, sondern als eine dringliche Aufforderung. Eine, die Plattner im Report „Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025“ niedergeschrieben hat.

Die Situation ist kritisch: Cyberangriffe werden immer professioneller, automatisierter und zielgerichteter. Sie treffen Start-ups, mittelständische Unternehmen und Konzerne gleichermaßen. Die Folgen sind unter anderem Datendiebstahl, Produktionsausfälle, immense Kosten und Firmenpleiten.

Das BSI fordert deshalb: Angriffsflächen schützen! Ein konsequentes Angriffsflächen-Management senkt das Risiko von Kompromittierungen unmittelbar. IT-Verantwortliche müssen daher präventive Maßnahmen etablieren, um die Resilienz der gesamten Systemlandschaft – vom Einzelplatzcomputer über die Server bis hin zu IoT-/OT-Geräten – deutlich zu erhöhen.

💡 Sehr effektiv ist hierbei die sichere Konfiguration, auch bekannt als Secure Configuration oder System Hardening bzw. Systemhärtung

Systemhärtung als gesetzliche und normative Pflicht

Bis vor wenigen Jahren wurde Systemhärtung oft als optionale Ergänzung zu anderen Sicherheitsmaßnahmen betrachtet. Heute wird sie in nahezu allen relevanten IT-Sicherheitsstandards und Cybersecuritr-Richtlinien explizit gefordert – und das aus gutem Grund. 

Verschiedene Studien (zum Beispiel diese, diese und diese) zeigen, dass ein Großteil erfolgreicher Cyberangriffe auf schlecht konfigurierte oder veraltete Systeme zurückgeht. Durch das Schließen dieser Sicherheitslücken lässt sich das Risiko von Datenlecks und Ransomware-Attacken sowie den damit häufig verbundenen Betriebsunterbrechungen deutlich reduzieren.

Während früher oft manuelle Einstellungen oder individuelle Skripte ausreichten, verlangen die aktuellen Vorgaben strukturierte Prozesse, automatisierte Tools und nachweisbare Compliance. Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die Erkenntnis, dass moderne IT-Umgebungen zu komplex sind, um sie allein durch menschliche Kontrolle abzusichern.

Stattdessen empfehlen aktuelle Standards automatisierte Härtungslösungen, die Konfigurationen zentral verwalten, Abweichungen in Echtzeit erkennen und Korrekturen ohne manuellen Eingriff durchführen. Diese Herangehensweise ist nicht nur effizienter, sondern auch sehr gut auditierbar. Ein entscheidender Vorteil angesichts der diversen verschärften Melde- und Dokumentationspflichten, die mittlerweile in Kraft sind oder noch kommen werden.

Wir geben Ihnen hier eine Übersicht über die wichtigsten Verordnungen, Richtlinien, Gesetze und Normen, die eine sichere Konfiguration aka Systemhärtung fordern.

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Hinweis: Die in diesem Beitrag bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine rechtliche Beratung dar. Bei konkreten Fragen zur Umsetzung der genannten Standards wenden Sie sich bitte an eine Fachkanzlei.

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ISO 27001:2022

Die ISO 27001 ist seit langem die internationale Referenz für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Mit der Veröffentlichung der Fassung 2022 wurde der Standard jedoch grundlegend modernisiert, um den Herausforderungen der heutigen Bedrohungslage gerecht zu werden.

Eine der wichtigsten Neuerungen der ISO 27001:2022 betrifft das Konfigurationsmanagement, das nun deutlich detaillierter geregelt ist als in den Vorgängerversionen. Unternehmen sind seitdem verpflichtet, gehärtete Standardkonfigurationen für alle IT-Systeme festzulegen, diese regelmäßig zu überprüfen und Abweichungen umgehend zu korrigieren.

Besonders relevant ist dabei die Forderung nach einem strukturierten und dokumentierten Prozess für die Systemhärtung. Es reicht nicht mehr aus, Sicherheitsmaßnahmen ad hoc umzusetzen. Stattdessen muss die Härtung in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess integriert werden. Zudem betont die ISO 27001:2022 die Bedeutung von automatisierten Tools, die dabei helfen, Konfigurationen zentral zu verwalten und Compliance nachzuweisen. 

🛑 Gut zu wissen: Ein zentraler Aspekt der ISO 27001:2022 ist die stärkere Verknüpfung mit anderen Standards wie IT-Grundschutz, NIS2, DORA, EU AI Act oder CRA. Wer die Anforderungen der ISO 27001 erfüllt, kommt damit oft bereits einen großen Schritt näher an die Compliance mit anderen regulatorischen Vorgaben.

Diese Synergieeffekte machen die Norm zu einem idealen Ausgangspunkt für alle, die ihre IT-Sicherheit ganzheitlich und zukunftssicher aufstellen wollen.

NIS2

Die Umsetzung verlief in Deutschland etwas schleppend, aber nun ist die Richtlinie gültig. Gut so, denn NIS2 stellt einer der wichtigsten Cybersecurity-Regularien in Europa dar. Während NIS1 vor allem Betreiber kritischer Infrastrukturen betraf, erweitert NIS2 den Geltungsbereich deutlich: Seit dem 6. Dezember 2025 müssen alle Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von über 10 Millionen Euro die neuen Anforderungen erfüllen. Allein in Deutschland sind davon rund 30.000 Unternehmen betroffen.

Systemhärtung ist bei NIS2 kein optionales Extra, sondern eine zentrale Säule. So wird im ENISA-NIS2-Implementierungsleitfaden explizit empfohlen, automatisierte Lösungen für die Härtung von IT-Systemen einzusetzen, um die Widerstandsfähigkeit gegen Cyberangriffe zu erhöhen. 

Ein weiterer zentraler Punkt von NIS2: die Verpflichtung zur Lieferketten-Sicherheit. Alle betroffenen Organisationen müssen nun sicherstellen, dass auch ihre Dienstleister und Zulieferer die neuen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Dies erfordert nicht nur technische Maßnahmen, sondern auch vertragliche Regelungen und regelmäßige Audits. Für viele Organisationen bedeutet das einen tiefgreifenden Kulturwandel, denn IT-Sicherheit wird damit zur Chefsache.

IT-SiG 3.0 / KRITIS-Dachgesetz

Das IT-Sicherheitsgesetz 3.0 (IT-SiG 3.0) ist die neueste Version des deutschen IT-Sicherheitsgesetzes. Es setzt die EU-NIS2-Richtlinie in nationales Recht um. Das IT-SiG 3.0 baut auf den Grundlagen des IT-SiG 2.0 (auch KRITIS-Dachgesetz genannt) auf. Es soll die Cybersicherheit kritischer Infrastrukturen weiter stärken und den Schutz vor Cyberangriffen verbessern. Im Vergleich zu den vorherigen Fassungen sind nun noch mehr Unternehmen betroffen, darunter auch kleinere und mittelständische Betriebe.

Neu: Das BSI erhält erweiterte Befugnisse, die bereits im KRITIS-Dachgesetz angelegt waren. Dazu zählt beispielsweise die Möglichkeit, unangekündigte Sicherheitsprüfungen bei Unternehmen durchzuführen. Dabei wird unter anderem überprüft, ob angemessene Sicherheitsmaßnahmen – wie die Systemhärtung – tatsächlich eingehalten werden.

BSI-Grundschutz / IT-Grundschutz++

Der BSI-Grundschutz gilt in Deutschland seit vielen Jahren als wichtige Grundlage für alle, die eine Verbesserung der Informationssicherheit anstreben oder umsetzen müssen.  Seit Januar 2026 wird der BSI-Grundschutz mit dem IT-Grundschutz++ umfassend weiterentwickelt.

Das Ziel: Die Vorgaben moderner und praxisnäher zu gestalten. Das erfolgt unter anderem durch mehr Automatisierung, maschinenlesbare Regelwerke auf JSON-Basis und eine stärkere Orientierung an der ISO 27001:2022.

Das Konfigurationsmanagement gehört zu den zentralen Bestandteilen des BSI-Grundschutzes. Unternehmen haben daher die Pflicht, sichere Standardkonfigurationen festzulegen und diese regelmäßig zu prüfen. Dabei ist besonders wichtig, dass die Umsetzung dokumentiert und nachweisbar ist, da diese Belege bei Audits und Zertifizierungen eine immer größere Rolle spielen.

Der BSI-Grundschutz ist zudem eng mit anderen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen verknüpft. Wer die Grundschutz-Vorgaben umsetzt, erfüllt damit oft bereits einen großen Teil der Anforderungen aus NIS2, DORA oder PCI DSS. Dadurch eignet sich der BSI-Grundschutz gut als Einstieg in eine ganzheitliche und langfristige IT-Sicherheitsstrategie.

CRA

Im September 2026 tritt in der EU schrittweise der Cyber Resilience Act (CRA) in Kraft. Es richtet sich an alle Hersteller, deren Produkte digitale Funktionen haben und mit Netzwerken oder dem Internet verbunden sind. Dazu gehören zum Beispiel Software-Lösungen, Smart-Home-Geräte, industrielle Steuerungen, Router oder Smartphones. 

Ziel des CRA ist es, digitale Produkte von Anfang an widerstandsfähiger gegen Cyberangriffe zu machen und Verbraucher sowie Unternehmen besser zu schützen. Der Cyber Resilience Act verlangt daher von Herstellern, ihre Produkte nach dem „Secure by Default“-Prinzip zu entwickeln. Das umfasst eine sichere Standardkonfiguration, die Minimierung von Angriffsflächen und die Bereitstellung regelmäßiger Sicherheitsupdates über den gesamten Lebenszyklus hinweg. 

Hersteller müssen lückenlos dokumentieren, wie sie die Sicherheit ihrer Produkte sicherstellen. Dazu gehören Risikoanalysen, Sicherheitskonzepte und eine komplette Auflistung aller verwendeten Software-Komponenten (SBOM). Wer gegen diese Regeln verstößt, muss mit harten Konsequenzen rechnen: Neben hohen Geldstrafen kann es passieren, dass unsichere Produkte vom Markt genommen und nicht mehr verkauft werden dürfen.

DORA

Während NIS2 branchenübergreifend gilt, richtet sich der Digital Operational Resilience Act (DORA) speziell an den Finanzsektor. Die Verordnung ist seit dem 17. Januar 2025 in Kraft. Sie zielt darauf ab, die digitale Widerstandsfähigkeit von Banken, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistern (zum Beispiel im Bereich des medizinischen Factorings) zu stärken. Ein zentraler Baustein dabei: Die Systemhärtung, die in DORA als grundlegendes Prinzip verankert wurde.

DORA löste BAIT (Bankaufsichtliche Anforderungen an die IT) und VAIT (Versicherungsaufsichtliche Anforderungen an die IT) ab. Damit einher gehen auch strengere Vorgaben. Während früher oft individuelle Lösungen ausreichten, verlangen die neuen Vorgaben standardisierte Prozesse und automatisierte Tools. Wer hier nicht nachrüstet, riskiert unter Umständen das Vertrauen der Aufsichtsbehörden und Bußgelder.

Das bedeutet: Systemhärtung ist in der Finanz- und Versicherungsbranche jetzt ein “Muss”, kein “Kann” mehr!

Digital Operational Resilience Act / EU DORA und Systemhärtung (Bild: Freepik)

EU AI Act

Der EU AI Act (auch als KI-Verordnung bekannt) wird seit 2024 schrittweise eingeführt. Er setzt umfassende Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Europa durch. Auch weit verbreitete Tools wie Microsoft Copilot, ChatGPT und Co. können vom EU AI Act betroffen sein. Vor allem, wenn sie in Unternehmensprozessen eingesetzt werden, die als “Hochrisiko” eingestuft sind.

Die KI-Verordnung verlangt, dass KI-Systeme von Grund auf sicher und gehärtet gegen Cyberangriffe sein müssen. Für die Umsetzung wird die Nutzung etablierter Rahmenwerke wie die ISO 27001 empfohlen, um ein umfassendes Risikomanagement zu gewährleisten. Allerdings reicht die Einhaltung der Norm allein nicht aus! Der AI Act stellt zusätzliche Anforderungen, etwa an Datenqualität, Transparenz und menschliche Aufsicht. 

Europa macht damit klar: Cybersicherheit ist ein zentraler Grundpfeiler für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Entwickler, Betreiber und Nutzer haben sich an die neuen Regeln zu halten, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

CER 

Die Critical Entities Resilience Directive (CER) verpflichtet kritische Entitäten in der EU – darunter Unternehmen aus den Bereichen Energie, Transport, Bankwesen, Gesundheit, digitale Infrastruktur und öffentliche Verwaltung – zur Umsetzung umfassender Resilienz-Maßnahmen. Dazu gehören technische und organisatorische Vorkehrungen wie Systemhärtung, regelmäßige Risikobewertungen, ein strukturiertes Risikomanagement sowie die Meldung und Bewältigung von Sicherheitsvorfällen. 

Die Richtlinie empfiehlt die Nutzung von Standards wie die ISO 27001, um ein nachweisbares Sicherheitsmanagement zu gewährleisten. Bei Nichteinhaltung drohen Sanktionen, die bis zum Entzug der Betriebslizenz reichen.

Ab 2026 treten wichtige Meilensteine in Kraft: Bis zum 17. Januar mussten alle EU-Mitgliedstaaten eine nationale Resilienz-Strategie verabschieden und eine Risikobewertung durchführen. Bis zum Juli 2026 werden die Mitgliedstaaten die kritischen Entitäten in den elf regulierten Sektoren offiziell identifizieren. Die betroffenen Firmen und Organisationen haben dann nur zehn Monate Zeit, um die neuen Anforderungen umzusetzen und nachzuweisen. Die EU-Kommission wird die Fortschritte überwachen.

PCI DSS 4.0.1

Der Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) ist für alle Unternehmen verbindlich, die Kreditkartendaten speichern, verarbeiten oder übertragen. Mit Version 4.0.1, die seit März 2025 vollständig in Kraft ist, wurden die Anforderungen deutlich verschärft – insbesondere durch das „Requirement 2″ („Apply Secure Configurations to All System Components“).

Dieses verlangt von Unternehmen, Standard-Passwörter zu ändern, unnötige Dienste zu deaktivieren und automatisierte Tools einzusetzen, um Konfigurationen zentral zu verwalten und Abweichungen in Echtzeit zu korrigieren. Wer diese Vorgaben nicht erfüllt, riskiert Vertragsstrafen, erhöhte Gebühren oder sogar die Kündigung durch Kreditkartenanbieter wie Visa oder Mastercard.

Ein weiterer Schwerpunkt von PCI DSS 4.0.1 ist die Ausweitung des Prüfumfangs. Während früher oft nur direkt beteiligte Systeme betroffen waren, müssen Unternehmen heute alle Komponenten einbeziehen, die mit dem Cardholder Data Environment (CDE) interagieren, einschließlich Netzwerkgeräte, Cloud-Dienste und Drittanbieter-Systeme. Dies erfordert nicht nur technische Maßnahmen wie regelmäßige Schwachstellenscans und Patching, sondern auch organisatorische Anpassungen, etwa klare Verantwortlichkeiten und Risikomanagement-Prozesse.

eIDAS 2.0

Die eIDAS 2.0-Verordnung (electronic Identification, Authentication and Trust Services) setzt seit Mai 2024 neue Sicherheitsstandards für digitale Identitäten in der EU durch. Sie verlangt von Anbietern wie Vertrauensdienste-Anbietern (TSPs) oder Betreibern der European Digital Identity Wallet (EUDI Wallet), ihre Systeme gehärtet und sicher zu konfigurieren – mit kryptografischer Absicherung, Manipulationsschutz und regelmäßigen Sicherheitsprüfungen.

Besonders kritisch sind externe Schnittstellen und Authentifizierungsprozesse, die gegen Angriffe abgesichert werden müssen. Eine ISO 27001-Zertifizierung gilt als Pflicht, um die Compliance nachzuweisen.

2026 wird die EUDI Wallet schrittweise eingeführt. Öffentliche Stellen sowie große Online-Plattformen müssen sie als Login-Option anbieten. Unternehmen, die digitale Identitätslösungen nutzen, haben ihre Systeme bis dahin anzupassen, sonst drohen Marktausschluss und Reputationsschäden. 

Car industrie security measures like system hardening (Image: Freepik)

TISAX

In der Automobilindustrie ist TISAX (Trusted Information Security Assessment Exchange) der maßgebliche Standard für Informationssicherheit. Basierend auf dem VDA-ISA-Katalog 6.0 fordert TISAX von Unternehmen, ihre IT-Systeme nach den Prinzipien der ISO 27001 abzusichern – mit einem besonderen Fokus auf sichere Konfigurationen, Cloud-Sicherheit und Prototypenschutz. 

Ein zentraler Punkt von TISAX: Die regelmäßige Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen durch externe Audits (Assessment Levels 1-3). Das heißt, Unternehmen müssen regelmäßig nachweisen, dass sie gehärtete Standardkonfigurationen einsetzen, unautorisierte Änderungen erkennen und Schwachstellen umgehend beheben.

Besonders relevant ist die Forderung nach einer dokumentierten und nachweisbaren Umsetzung. Ein Punkt, der in der Automobilindustrie angesichts der komplexen Lieferketten und internationalen Zusammenarbeit eine besondere Herausforderung darstellt

B3S

Betreiber kritischer Infrastrukturen in Deutschland – etwa Krankenhäuser oder Energieversorger – müssen besondere Sicherheitsvorgaben einhalten. Diese sind in den Branchenspezifischen Sicherheitsstandards (B3S) festgeschrieben. Für den Gesundheitsbereich gibt es seit Oktober 2025 die aktualisierte Version 1.3 des B3S „Medizinische Versorgung“. 

Darin wird unter anderem gefordert, IT-Systeme durch gezielte Maßnahmen besser gegen Angriffe zu schützen. Die B3S decken dabei nicht nur technische Aspekte ab, sondern auch organisatorische und prozessuale Regeln. Eine Systemhärtung wird explizit als präventive Schutzmaßnahme gefordert. 

Ein großer Vorteil: Wer die B3S-Anforderungen erfüllt, kommt gleichzeitig den Vorgaben anderer wichtiger Sicherheitsstandards wie der ISO 27001 oder dem BSI-Grundschutz näher. Zudem müssen die Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig überprüft werden. Bisher alle zwei Jahre, künftig alle drei Jahre, wie es das neue NIS2-Umsetzungsgesetz vorsieht. So helfen die B3S, die IT-Sicherheit umfassend und zukunftssicher zu gestalten.

Gesetze, Regularien, Vorschriften und Normen im Bereich IT-Security / Systemhärtung (Bild: Freepik)

DSGVO

Die europäische General Data Protection Regulation (GDPR) bzw. Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt zwar bereits seit 2018, doch die Praxis der Aufsichtsbehörden wird 2026 strenger – beispielsweise bei der Haftung von Datenpannen. Denn: Die DSGVO verlangt von Unternehmen, dass sie technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) ergreifen, um die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit personenbezogener Daten zu gewährleisten. 

Dazu gehört die Absicherung der IT-Infrastruktur, wozu die Systemhärtung effektiv beiträgt. Besonders relevant ist die Forderung nach einer dokumentierten und nachweisbaren Umsetzung. Ein Punkt, der in Audits und bei Datenschutzbehörden zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der DSGVO: die Provider-Kontrollpflicht. Unternehmen müssen sicherstellen, dass auch ihre Dienstleister und Zulieferer die hohen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Wer diese Pflichten nicht erfüllt, riskiert nicht nur Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des weltweiten Umsatzes, sondern auch den Verlust des Vertrauens von Kunden und Geschäftspartnern.

BSI TR-03184

Raumfahrt wird für Wirtschaft, Wissenschaft und unseren Alltag immer wichtiger. Je mehr wir von Satelliten, Bodenstationen und anderen Weltraum-Technologien abhängen, desto entscheidender wird auch ihre Sicherheit. Hier kommt die Technische Richtlinie BSI TR-03184 ins Spiel. Sie legt fest, wie Informationssicherheit in der Raumfahrt konkret umgesetzt werden muss, am Boden wie auch im Weltall.

Ein zentrales Ziel: Systeme von Anfang an absichern. Die Richtlinie verlangt, dass alle technischen Komponenten robust konfiguriert werden müssen, um Angriffe oder Störungen zu verhindern. Besonders wichtig ist dabei, dass alle Sicherheitsmaßnahmen dokumentiert und überprüfbar sind. 

Ein Vorteil: Die TR-03184 passt zu anderen Sicherheitsstandards. Wer die Vorgaben der Richtlinie erfüllt, hat oft schon einen großen Teil der Anforderungen aus anderen Regelwerken wie der ISO 27001 oder dem BSI-Grundschutz abgedeckt. Das spart Aufwand und macht die TR-03184 zu einem praktischen Leitfaden für Unternehmen, die ihre IT-Sicherheit in der Raumfahrt umfassend und nachhaltig gestalten wollen.

WLA-SCS

In der Lotterie- und Sportwetten-Branche ist der World Lottery Association Security Control Standard (WLA-SCS) die essentielle Security-Grundlage. Seit April 2025 gilt die Version 2024, welche die Systemhärtung („Lottery Hardening“) als zentrale Anforderung definiert. Unternehmen müssen dabei nachweisen, dass sie ihre IT-Systeme nach den Prinzipien der ISO 27001 absichern – mit einem besonderen Fokus auf sichere Konfigurationen und regelmäßige Überprüfungen.

Ein zentraler Punkt: Die jährliche Re-Zertifizierung, die sicherstellt, dass die Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich angepasst und verbessert werden. Wer diese Fristen nicht einhält, riskiert nicht nur den Verlust von Lizenzen, sondern auch Ausschlüsse von Ausschreibungen und Kooperationen.

Besonders relevant ist dabei die Forderung nach einer dokumentierten und nachweisbaren Umsetzung. Ein Punkt, der in der Lotterie-Branche angesichts der hohen Anforderungen an Integrität und Vertraulichkeit eine besondere Herausforderung darstellt. Wer hier nicht nachrüstet, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch den Verlust des Vertrauens von Kunden und Aufsichtsbehörden.

Die gemeinsame Botschaft: Ohne Systemhärtung geht es nicht mehr!

Die Analyse der aktuellen und kommenden IT-Sicherheitsregularien zeigt ein klares Muster: Das Ziel, die Angriffsflächen deutlich zu verringern, ist in allen relevanten Standards, Normen, Richtlinien, Gesetzen und Verordnungen fest verankert. Ein Configuration Management oder eine Secure Configuration wird meistens explizit genannt. Oder die Regularien beziehen sich auf die ISO 27001, in der die Systemhärtung zu den Kernelementen gehört. 

Die Anforderungen, Applikationen und Betriebssystem zu härten, sind keine Empfehlungen mehr, sondern verbindliche Pflichten. Deren Nichteinhaltung ziehen unter anderem hohe Bußgelder oder Marktverbote nach sich. Und kommt es zu einer Kompromittierung, weil die Systeme nicht richtig gesichert wurden, sorgt das für Datenabflüsse und Betriebsstörungen. Die Kosten eines Cybervorfalls können in die Millionen gehen oder sogar zur Insolvenz führen.

Für Unternehmen bedeutet dies: Es besteht ein großer Handlungsdruck. Wer digitale Produkte entwickelt, KI-Systeme einsetzt, digitale Identitäten verwaltet oder kritische Infrastrukturen betreibt, muss 2026 gehärtete Systeme vorweisen. 

Wie Sie Systemhärtung 2026 erfolgreich implementieren

Die Umsetzung einer umfassenden und professionellen Systemhärtung ist kein Projekt, das man einmal durchführt und dann abhaken kann. Stattdessen erfordert sie einen kontinuierlichen Prozess, der technische, organisatorische und prozessuale Maßnahmen umfasst. 

🔻 Der erste Schritt ist eine umfassende Analyse der aktuellen IT-Infrastruktur, beispielsweise über ein Hardening Audit. Unternehmen sollten dabei nicht nur ihre eigenen Systeme im Blick haben, sondern auch die ihrer Dienstleister und Zulieferer. Denn viele neue regulatorischen Vorgaben verlangen eine ganzheitliche Betrachtung der Lieferkette.

🔻 Im nächsten Schritt geht es um die Konzeption einer maßgeschneiderten Hardening-Strategie. Dabei haben die Verantwortlichen die Wahl zwischen verschiedenen Ansätzen wie dem Layered, Rapid oder Lifecycle Hardening. Letzteres eignet sich perfekt für ein Windows 11 Rollout Projekt.

🔻 Wenn Sie die strengen Regularien erfüllen wollen, stehen Sie vor einigen Herausforderungen. Pro System müssen hunderte von Parametern angepasst werden. Zudem haben sie nach etablierten Standards wie den CIS Benchmarks zu erfolgen. Eine manuelle Konfiguration ist daher in der Regel zeitlich nicht stemmbar. 

Florian Bröder, Geschäftsführer der FB Pro, beschreibt im Interview mit dem Print- und Online-Magazin „Smart Future of Security“ genau diese Pain Points. Er zeigt auch auf, was die Lösung ist.

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Das Interview können Sie auch unter diesem Link abrufen.

Deshalb ist der Enforce Administrator eine sehr gute Lösung

Für die Systemhärtung setzen viele Unternehmen nach wie vor auf Gruppenrichtlinien (GPOs). Doch angesichts der heutigen Anforderungen stoßen GPOs schnell an ihre Grenzen. Moderne IT-Regularien verlangen mehr Flexibilität, Automatisierung und nachweisbare Compliance. Diese Vorgaben lassen sich mit manuellen Maßnahmen nicht zufriedenstellend umsetzen. 

Die Lösung lautet: Automatisierung. Mit dem Enforce Administrator bietet die FB Pro eine erprobte Lösung, mit der sich tausende Systeme zentral, konsistent und ohne hohen Personaleinsatz härten lassen. Mithilfe des Hardening-Tools führen Sie automatisierte Systemhärtungen auf Basis erprobter Standards durch. Dazu gehören die aktuellsten Empfehlungen von BSI, CIS, DISA, ACSC und Microsoft.

Mit dem Enforce Administrator können Sie verschiedene Applikationen und Betriebssysteme quasi auf Knopfdruck härten. So ist es beispielsweise möglich, ein Windows Server Hardening wie auch ein Linux Hardening durchzuführen. Zudem erfüllen Sie die erforderlichen Nachweispflichten, indem Sie mit dem Enforce Administrator einen anerkannten Hardening-Report erzeugen.

⏬ Features & Leistungen:
Enforce Administrator Produktbroschüre (PDF)

Fazit

Die Zeit der reinen Reaktion ist vorbei! Moderne IT-Regularien wie NIS2, DORA oder CER verlangen proaktive Sicherheit. Und das aus gutem Grund: Cyber-Angriffe nehmen zu und werden immer raffinierter.

Setzen Sie Ihr IT-Budget daher dort ein, wo es wirklich zählt: Bei der Vermeidung von Schwachstellen und der Reduzierung von Angriffsflächen – und nicht nur bei deren Entdeckung!

Heben Sie Ihre IT-Sicherheit dieses Jahr auf ein neues, entscheidendes Niveau! Wichtige praktische Tipps dazu erhalten Sie zum Beispiel in unseren Webinaren und Workshops. Gerne unterstützen Sie auch unsere Hardening-Experten bei der Konzeption und Implementierung einer effektiven Systemhärtung.

💬 Kontaktieren Sie uns!

 

Bilder: Freepik, BSI, Smart Media Agency

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